Auf Abwegen am Hohenhewen
4./5. Mai 2022
Bei noch schönem Wetter verabschieden wir uns von der Quelle und dem Hof und laufen dem Dorf Welschlingen entlang. Das Wetter zieht zu und wir realisieren, dass heute nach längerer Zeit wieder die Regenkleider zum Einsatz kommen werden. Etwa in der Hälfte des Dorfes stechen wir vom Feldweg hinein und besuchen die örtliche Bäckerei. Ich warte draussen mit Sueño und Tara, während Zoli und die Kinder die Auslage bestaunen und viele leckere Sachen kaufen. Als wir aus dem Dorf kommen, gibt es feine Schokogipfeli - die Mittagspause streichen wir, weil es immer grauer wird und Wind aufkommt. Erstes Donnergrollen ist zu hören, aber es sind keine Blitze zu sehen. Also ziehen wir weiter. Es beginnt zu regnen und im Nu bin ich bis auf die Unterhosen nass - ich habe definitiv die schlechteste Regenjacke. Auf halber Höhe führt uns der Wegweiser und die Wanderapp zu einem “Premium-Wanderweg”. Dieser hat sich mit dem Regen aber in eine Schlammrutschbahn verwandelt. Der lehmige Boden gibt keinen Halt mehr für Mensch und Tier. Tara kommt mit ihren Hufschuhen ins Rutschen und bekommt für einen kurzen Augenblick Panik. Ich kann sie zum Glück mit meiner Stimme kontrollieren. Doch es hilft nichts, wir müssen umkehren. Nach einem Umweg über eine befestigte Strasse kommen wir zum “Premium-Wanderweg” zurück. Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen und der enge Weg ist nicht mehr ganz so rutschig. Trotzdem bleibt es mühsam und erfordert hohe Konzentration. Die Kinder voraus, Tara und ich in der Mitte und Zoli mit Sueño zuhinterst erreichen wir endlich wieder einen Wiesenweg, welcher uns in ein paar Metern zum Ziel führen soll.
Doch das Beste kommt zum Schluss: Als wir endlich beim Hewenhof ankommen, stelle ich fest, dass dies unmöglich die Wanderreitstation sein kann. Alles sieht nach sehr viel Geld aus. Die Worte des Bauern vom Morgen kommen mir in den Sinn:”…den (Hof) hat ein Schweizer gekauft…” Ich kontrolliere auf Googlemaps unseren Standort und sehe, dass wir etwa 50m weiter unten auf den anderen Hof müssen. Weil meine Wanderapp und Googlemaps verschiedene Bezeichnungen für unser Ziel führten, habe ich uns auf den falschen Hof gelotst. Das Ärgerlichste dabei ist: Die ganzen Rutschpartien und heiklen Situationen für Zoli, mich und die Pferde wären nicht nötig gewesen: wir hätten gemütlich der befestigten Strasse folgen können und wären viel schneller am Ziel gewesen :-( Was lerne ich daraus: die Adresse immer 3x checken :-))
Am nächsten Tag machen wir Pause und nutzen die Zeit fürs Kleider Waschen, Blog Schreiben, neu Packen, Schulstoff pauken, Übernachtungen Organisieren und, und, und… Die Kinder geniessen es endlich wieder mal in einem Bett MIT Bettdecke zu schlafen! Am Nachmittag sammeln sie frischen Bärlauch und so gibt es feine Bärlauchpasta zum Abendessen!